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Seit 2005 kämpft DIE LINKE darum, dass die Existenznot in der Schafhaltung ernst genommen wird. Die Schäferinnen und Schäfer haben mit Schafen am Brandenburger Tor demonstriert, sie sind aus Protest mit ihren Herden quer durch unser Land gezogen, sie haben zu Runden Tischen geladen. Das war Jahre bevor der Wolf zum zusätzlichen Problem wurde! Mit unzähligen Anträgen und Anfragen hat DIE LINKE die berechtigten Anliegen vorgetragen. Von der Weidetierprämie, über einen Nothilfefonds anlässlich des dramatischen Ausbruchs der Blauzungen-Erkrankung bis hin zum Herdenschutz. Leider alles ohne Erfolg. Wo waren eigentlich all die Jahre die selbsternannten Schafsrächer, die jetzt zum großen Halali auf den Wolf blasen?

Schäfermeister Knut Kucznik vom Bundesverband Berufsschäfer hat aufgeschrieben, was er in dieser Bundestagsdebatte gesagt hätte.

Hier sein Text:

„Wir Weidetierhalter in Brandenburg haben zurzeit die höchste Wolfsdichte der Welt auf unserem Weideland. Und wir haben mehr als 15 Jahre Erfahrungen im Umgang mit den Wölfen und der Gefährdung unserer Weidetiere. Eines muss anfangs gesagt werden: Uns Weidetierhaltern wäre es lieber, wenn es Wölfe nicht geben würde. Nun ist der Wolf aber da. Und er ist streng geschützt. Wir werden mit diesem Fakt lernen müssen zu leben. Deshalb ist es unsere Pflicht, dass wir unsere Tiere schützen. Das zeichnet einen guten Hirten aus. Leider waren die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse der Weidetierhaltung schon vor der Einwanderung der Wölfe die niedrigsten in der Landwirtschaft. Viele Betriebsleiter können für sich selbst nicht einmal den derzeitigen Mindestlohn erwirtschaften. Und Altersarmut droht allen. Hier zeigt sich ganz deutlich, dass der Wolf nicht nur die schwächsten Tiere schlägt, sondern unserem Land auch ganz klar seine Schwächen zeigt. Wir Weidetierhalter erzeugen nicht nur hervorragende Lebensmittel bei besten Haltungsbedingungen. Sondern wir halten mit unseren Tieren Luft, Wasser und Boden gesund. Wir sorgen für Sicherheit in den Berg- und Küstenregionen Deutschlands. Dafür werden wir aber nicht ausreichend entlohnt. Den Wolf ins Jagdrecht zu nehmen, hilft uns nicht. Er bleibt nach europäischem Recht trotzdem ganzjährig geschützt. Den Wolf zu bejagen, nützt uns nichts. Ein übrig gebliebener Wolf kann genauso gefährlich für unsere Herden sein wie zehn. Herdenschutz, den wir uns leisten können, hilft uns. Die längst überfällige Anpassung der Tierschutzhundeverordnung, um Herdenschutz mit Hunden rechtssicher durchführen zu können, hilft uns. Bessere Bezahlung für unser Produkt der agrarökologischen Dienstleistungen hilft uns. Eine Weidetierprämie als Direktzahlung hilft uns. Und die rechtssichere Entnahme von Wolfsrudeln, die Herdenschutzmaßnahmen überwinden, hilft unseren Tieren. Im Namen aller Weidetierhalter bitte ich den Deutschen Bundestag um Hilfe in dieser für die Weidetierhalter schweren Zeit. Die Zahl der Schafbestände in Deutschland ist im Absturz. Ohne Schafe können die Schutzgebiete Deutschlands nicht in einem guten Erhaltungszustand und die Deiche nicht gesichert werden. Deshalb muss nicht gegen den Wolf, sondern für unsere Schafe gehandelt werden.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Der Appell der LINKEN geht an alle, denen es wirklich um die Weidetierhaltung geht: es gilt die Zeit ohne Koalitionszwänge zu nutzen und überfällige Unterstützung zu beschließen! Die Bundesländer leisten schon viel. Nun ist der Bundestag in der Pflicht!